Heute sprach ich mit einer Freundin über das Thema Tod. Vielleicht habe ich ja eine selektierte Wahrnehmung, aber ich habe den Eindruck, dass dieses Jahr viele Menschen „unerwartet“ verstorben sind.

Sie erzählte mir, dass sie von einem Modell gehört habe, das davon ausgeht, dass wir mit dem Zeitpunkt unserer Geburt schon mit dem Tode ringen. Eigentlich müsste man ja sagen, dass das schon zum Zeitpunkt der Zeugung der Fall ist. Der Tod ist dann allgegenwärtig. Auch in unserem Körper. Tagtäglich sterben unzählige Zellen ab, nur damit sich neue wieder ausbilden können.

 

Die Präsenz des Todes

Mit unserer Existenz ist gleichzeitig auch der Tod präsent. Und ja, alles läuft ja letzten Endes darauf hinaus, irgendwann sterben wir und verändern unsere Daseinsform.

Was bedeutet das nun für dich im Alltag? Worauf legst du nun deinen Fokus?

Ich persönlich habe erst vor kurzem einen guten Freund in seinen Tod hinein begleitet. Vor ca. 6 Monaten hatte er die Diagnose Sarkom bekommen, ein zumeist tödlich endender Weichteilkrebs. Am Anfang war es erst einmal nur eine Diagnose, dann gewann dieses Thema jedoch zunehmend an Bedeutung. Nicht nur, weil der sichtbare Tumor immer größer wurde, sondern weil auch plötzlich die mögliche Endlichkeit des eigenen Seins im Raum stand.

 

Warum nicht einfach tun, wonach das Herz sich sehnt?

Mein Freund setzte sich nun bewusst mit seinem Leben auseinander. Was wollte er noch erleben? Was musste er verändern? Was war schon längst überfällig zu tun? Sicher, er hatte schon länger gespürt, dass er in seinem Leben beruflich noch etwas anderes machen wollte. Er hatte immer das Bedürfnis gehabt, anderen helfend beizustehen. Aber da er keine Idee hatte, wie er es umsetzen sollte, blieb es bei dem Wahrnehmen seines Bedürfnisses. Erst als der Tod als eine weitere Komponente in seinem Leben auftrat, fasst er den Entschluss, seinen Job zu kündigen. Er hat das getan, was schon viel früher eine Option gewesen wäre, aber leider war es zu spät.

Mein Mann und ich schauten daraufhin auch nochmals genauer auf unsere Lebenssituation. Was wollten wir noch erleben? Was wäre zu verändern?

Ich habe in diesem Prozess gespürt, dass es mir Angst macht, einen radikalen Schnitt zu ziehen, unsere Wohnung zu verkaufen und ins Ausland zu ziehen. Aber genau davon reden wir schon seit Jahren!

Was möchtest du in deinem Leben verändern? Was sind deine Träume? Welche Möglichkeiten der Umsetzung siehst du?

Jetzt, wo mein Freund tot ist, drängt sich diese Überlegung wieder in meinen Alltag hinein. Warum nicht einfach tun, wonach mein Herz sich sehnt? Vielleicht bin ich nun einfach zu bequem geworden. Hier in Deutschland habe ich mein gewohntes Umfeld. Im Ausland müssten mein Mann und ich uns erst wieder ein neues Umfeld erschaffen. Neue Freunde finden, neue Strategien für den Alltag entwickeln, eine neue Sprache lernen, neue Gewohnheiten implementieren…

 

Dein Lebenszeitkonto möchte gefüllt werden

Aber – weiß ich denn, wann meine Lebensuhr abgelaufen ist? Auf was will ich warten? Ist es das Risiko wert, genau das nicht zu tun?

Meine Freundin sagte heute auch, dass Sie mit jemand anderem darüber gesprochen hätte, dass wir Menschen von der Evolution her ursprünglich auf 45-50 Jahre ausgelegt waren.Im Regelfall hast du dann alles erledigt: einen Job, vielleicht ein Haus gebaut und eine Familie gegründet und somit den Fortbestand der Menschheit gesichert.

 All die Jahre, die wir heute länger leben, seien sozusagen „on Top“. 

Wenn dem so sein sollte, dann würde das auch erklären, warum so viele Menschen ab 50 Jahren beginnen, ihr Leben zu hinterfragen. Ich gehöre auch dieser Generation an und frage mich, wie will ich meine restliche Lebenszeit verbringen?

Mit dem Wissen um die eigene Endlichkeit, relativiert sich so viel! Heute habe ich zum Beispiel schriftliche Unterlagen ausgemistet. Artikel, von denen ich dachte, dass sie irgendwann noch einmal wichtig für mich wären. Ich hielt inne und stellte mir kurz die Frage, ob diese für meine Zukunft, für mein weiteres Leben wirklich bedeutsam wären und dann landeten sie kurzerhand im Papierkorb. Und es fühlte sich gut an!

Was möchtest du gerne loslassen? Vielleicht den Keller ausräumen? Vielleicht deine Kontakteliste im Handy? Vielleicht aber auch alte Träume, die jetzt nicht mehr zu dir passen?

Und weißt du was,auch hier gilt, TUN.

Beginne mit etwas, das du gut bewerkstelligen kannst und fühle dann, wie großartig sich das anfühlt, weil du es endlich begonnen hast.

 

Die Löffelliste

Kennst du die sogenannte Löffelliste? Dieser Begriff stammt aus dem Film „ das Beste kommt zum Schluss“. Es geht hierbei um all die Dinge, die du noch tun willst, bevor du den Löffel abgibst.

Fang an mit deiner Löffelliste. Schreibe im ersten Durchgang auf, was dir spontan einfällt. Einfach unzensiert schreiben. Lass die Liste wachsen, bis du merkst, jetzt fällt mir nichts mehr ein. 

Dann, im zweiten Durchgang, stelle dir zu jedem genannten Punkt die Frage, „was würde jetzt mein Herz dazu sagen?“. 

Ich arbeite für mich damit,indem ich zuvor meinem Herz „sage“, dass es mir Zustimmung durch freudige Glücksgefühle zeigen soll und Ablehnung durch „ Schweregefühl“. Dazwischen gibt es dann noch neutral, will heißen, kann ich tun oder lassen, ist nicht wirklich eine Herzensangelegenheit .

Im Angesicht der Präsenz von Tod, hat diese Liste für mich eine neue Wichtigkeit bekommen. Ich wünsche dir, dass du auch beginnst, ernsthaft über dich und dein weiteres Leben nachzudenken.

Vielleicht hast du Angst davor, dich mit deinen Herzenswünschen zu befassen, weil du nicht weißt, wie du sie umsetzen kannst? Vielleicht bereitet dir auch das Thema Endlichkeit deines Seins Unbehagen? Vielleicht hast du Tod und Verlust erlebt und es beschäftigt dich noch zu sehr,um dich mit einer Neuausrichtung zu beschäftigen? Vielleicht möchtest du deine Gedanken und Gefühle mit jemand teilen?

Ich stehe dir gerne zur Verfügung. Melde dich bei mir, wenn du das Gefühl hast, ich könnte dir helfen! Zum Beispiel beim Beginn mit deiner Löffelliste. Lass uns gemeinsam Strategien entwickeln, die dein Lebenszeitkonto anfüllen mit Umständen, die dich beglücken.

 

Das hat dein Lebenszeitkonto mit deinem Girokonto zu tun

Und wenn du dich nun fragst, was dein Lebenszeitkonto mit deinem Girokonto zu tun hat, dann sage ich dir:

Ist dein Konto im Haben, so hast du die Möglichkeit, Träume zu verwirklichen.

Ist dein Konto im Soll, brauchst du dir über diese Verwirklichung keine Gedanken mehr zu machen.

Genieße den Tag und dein Leben – du weißt nicht, wie lange es noch dauert!

Hol dir hier deine persönlichen Löffelliste und starte gleich mit dem Füllen deines Kontos!

 

Michaela Mantwill